Improvisationstheater (auch kurz: Improtheater) wurde unserer Vorstellung nach vom herzensguten Leiter einer Ü70-Theatergruppe erfunden. Keine Vorstellung lief so wie geplant, weil ständig irgendjemand seinen Text oder gleich seine ganze Rolle vergaß, obwohl jeder einzelne sich redlich Mühe beim Lernen gab. Teilweise las die Souffleuse das Stück einfach laut vor. Als dann irgendjemand eine Kerze im Requisitenraum stehen ließ, brannte alles ab, inklusive des Bühnenbildes. Der herzensgute Leiter rang mit den Händen und war kurz davor, das ganze Projekt einzustampfen. Das brachte er aber doch nicht übers Herz und sagte nach längerem Hadern: "Dann eben ohne alles!" Zur Überraschung aller funktioniert das tatsächlich herausragend. Und seit diesem Tag wissen wir, dass es "ohne" geht. Ohne Textbuch oder festgeschriebene Rollen oder Bühnenbilder. Alles entsteht einfach aus dem Moment heraus. Die Darsteller erfinden eine ganze Welt vor den Augen des Publikums. Und das darf natürlich immer mitbestimmen, worum es geht.
Am Anfang stand die Freude. Über die vielen tollen Improtheater-Spieler in den vielen verschiedenen Leipziger Gruppen. Warum die nicht mal zusammen auf die Bühne stellen? Haben wir gemacht. Daraus entwickelte sich ab 2009 ein festes Ensemble mit eigener Spielphilosophie. In unseren Shows soll es leicht, aber auch tiefgründig zugehen dürfen. Es soll Platz für Lachen und Seufzen sein. Action und Drama eben. Deswegen haben wir am Anfang auch im wesentlichen Langform gespielt. Mittlerweile ist noch der Theater-Battle dazu gekommen. Bei dem ist doch mehr Action als Drama. Dafür laden da aber wieder tolle Spieler aus anderen Gruppen ein.
Darüber streitet man sich noch. Wir meinen damit eine vollständig improvisierte Geschichte von 45-90 Minuten. Hier haben wir Zeit, unsere Figuren in Ruhe kennen zu lernen. Ihre Träume, ihre Gefühle, ihre Konflikte im Leben und wohin das führt.
Nein, großes Indianer-Ehrenwort. Stellt euch vor, einer aus unserem Ensemble würde vor der Show von einem verrückten Milliardär gekidnappt werden, der ihm eine horrende Summe für das Wissen bietet, worum es in der Geschichte geht. Unser Kollege würde ein genauso armer Mime bleiben wie die anderen auch. Weil er es nicht wüsste. Nicht den Ort, nicht die handelnden Personen, nicht den Spannungsbogen, nichts. Ist ja auch ein Bisschen der Witz am Improvisationstheater.
Zwei Teams treten in verschiedensten Disziplinen des Improtheaters gegeneinander an. Das können ganz normale Games sein wie etwa eine Szene ohne den Buchstaben „e“. Oder es sind ziemlich verrückte Herausforderungen wie das Duett einer Opernsängerin mit einem Rapper. Nach jeder Runde darf das Publikum durch Applaus und das Werfen von Kuscheltieren und Socken bestimmen, wer mehr Punkte auf dem Weg zum Gesamtsieg bekommt.
Klar! Wir geben in regelmäßigen Abständen Nachwuchskurse. Meldet euch einfach bei uns.
Ja, auch für Improtheater-Darsteller gibt es eine ganze Menge zu üben. Wer ihr einen kleinen Einblick haben möchtet, schaut mal auf unsere Coachings.
Bei der Langform ist das am einfachsten. Da schnattern wir am Anfang eine Runde mit dem Publikum, um Inspirationen zu bekommen. Körperliche und geistige Anwesenheit reicht dafür. Aber im Laufe des Abends gibt es auch immer wieder die Möglichkeit, filigran ausgetüftelte Vorgaben unterzubringen. Am besten solche, die auf eine träumerische Art und Weise die Fantasie anregen oder zu einem Thema führen, über das du dich gerne unterhalten würdest. Das triggert unserer Erfahrung nach sehenswerte Szenen.
Unsere feste Impro-Heimat ist das Dachtheater Haus Steinstraße. Eine Bühne mit viel Raum und gleichzeitig nah am Publikum, ideal für Improvisationstheater. Dem Leiter Michael Rausch und seinen Helfern haben wir viel zu verdanken. Sie standen auch in Zeiten an unserer Seite, als wir unsere ersten, tapsigen Schritte mit der Langform vor zehn Zuschauern probiert haben. Außerdem gibt es Action+Drama gerade im Neuen Schauspiel Leipzig und mit dem Theater-Battle im Kabarett Theater Sanftwut.
Gespielt haben wir aber auch schon im Villa-Keller, im Telegraph, in der Schille, im Centralpalast, im damaligen plan b und wo immer wir glaubten, dass wir den Menschen mit Improtheater eine Freude machen konnten.
In dieser Form ist die Frage leicht zu beantworten. Eier gab es schon zu Zeiten der Dinosaurier, also lange bevor es Hühner gab. Aber wir wollen ja nicht schummeln. Also, was war zuerst da: Das Huhn oder das Hühner-Ei? Wir glauben, bei einem hühner-ähnlichen Wesen gab es im Befruchtungsprozess eine Genmutation, die dann zu einem Ei führte, das das Hühner-Erbgut in sich trug. Und da sich aus diesem Erbgut das Huhn erstmal entwickeln musste, war zuerst das Ei da. Einzige Alternative ist, dass sich der Erbgut-Sprung von hühnerähnlich zu huhnig in einem schon fertigen Nicht-Huhn vollzogen hätte. Das scheint uns absurd.